Was ist Systemische Aufstellung

Im Laufe der kindlichen Entwicklung durchleben wir Situationen, die in unserer kindlichen Wahrnehmung als gefährlich empfunden werden. Es sind Situationen, indem der Eindruck entsteht dass unsere Eltern oder wir selber Schaden nehmen könnten und darüber unsere Existenz oder unsere emotionale, bzw.  körperliche Unversehrtheit (Schmerz) bedroht wird. Ähnliche beängstigende Situationen können auch aus dem nahen sozialen Umfeld wie Verwandtschaft, Freundeskreis, Kindergarten, Schule oder Vereine durch Übergriffigkeiten, Bedrohung oder soziale Ausgrenzung auftreten. In Folge dessen entwickeln wir Lebens- und Verhaltensmuster, die uns davor schützen (Schmerzvermeidung).

Was im Kindesalter, bis hin zum Jugendlichen hilfreich war, kann jedoch für den Erwachsenen in seinem sozialen Umfeld eine Bürde werden, indem die erlernten Lebens- und Verhaltensmuster der aktuellen Lebenssituation nicht mehr dienlich sind, zur sozialer Ablehnung führen oder in Krankheit und Angstzustände münden. An diesem Punkt beginnt für viele Mitbürger die Frage "was kann ich tun um aus dem belastenden Verhaltens- oder Lebensmuster rauszukommen, was kann ich tun um mich von der emotionalen Last zu befreien?". Eine Antwort dazu ist die Systemische Aufstellung.

Entscheidet der Betroffene sich für eine Systemische Aufstellung, hat er die Möglichkeit sich an einem Systemischen Berater zu wenden um ihm das Anliegen zu erläutern. Der Systemische Berater erarbeitet anschließend über seine Wahrnehmung (Fühlen, Intuition) die Inhalte und den Ablauf der Systemischen Aufstellung und bringt sie danach zur Ausführung.


Die systemische Aufstellung ist eine sogenannte phänomenologische Erkenntnisarbeit, die über die wahrgenommene Gefühlsebene erfolgt.  Ihre Wirkungsweise beruht auf die spirituelle Energiearbeit und ist originär keiner Religion oder Glaubensrichtung  zuzuordnen. Als Zielsetzung gilt der/dem Hilfesuchenden unabhängig der sozialen Stellung oder Herkunft und in voller Absichtslosigkeit Lösungen anzubieten.

Sie kann die Kräfte oder Faktoren zeigen, die auf unserem Verhalten im sozialen Umfeld Einfluss haben und zu den unerfreulichen oder unangemessenen Reaktionen führt - den offenbar unerklärlichen Phänomen im eigenen Verhaltensmuster. Ihre Wirksamkeit lässt sich zurück verfolgen bis in die frühen Jahre des 20. Jahrhundert, insbesondere durch die Gestalttherapie oder der Phänomenologischen-Psychologie, jedoch ist die Systemischen Aufstellung eine dankenswerte Weiterentwicklung.


In der Systemischen Aufstellung ist nicht der Kopf - die Ratio des Aufstellungsleiters entscheidend, der die Antworten auf die Fragen zum Anliegen des Auftraggebers (Klient) formuliert, sondern die Intuition, das Fühlen und  das Wahrnehmen von inneren Impulsen. Gleiches gilt für die Personen die sich in der Aufstellung als Stellvertreter für das Anliegen  und  der wirksamen Aspekte des Klienten zur Verfügung stellen. Durch die Wahrnehmung und Führung des Aufstellungsleiters stellen sich bei den Stellvertretern  Reaktionen ein, die sich in Handlungen oder in verbale Äußerungen zeigen, die das (emotional) Erlebte des Klienten wider geben.


Es gibt weder eine vorgefasste Meinung  oder zielgerichtete Absicht, noch ein klassisches Schubladendenken, dass den Ablauf der Systemischen Aufstellung regelt. Stattdessen erfolgt eine absichtslose und bewertungsfreie Prozessarbeit, die zu einem Erkenntnisgewinn führt, die den Ablauf der Aufstellungsarbeit leitet und zu einem Lösungsbild führt. 

Der Klient sieht aus der Position des Betrachters von außen dem Geschehen zu und erlebt/betrachtet seine eigene Erfahrungswelt erneut, die über die Stellvertreter widergespiegelt wird. Diese Wahrnehmung und Darstellungsmethode kann nicht mit Schauspielerei verglichen werden, da weder eine Situation eingeübt oder gespielt, noch durch Befragen rekonstruiert werden könnte. 

Es geht bei dieser Arbeit niemals um eine Schuldfrage, sondern einzig um das Erkennen was wirkt und um die Annahme der Erkenntnisse im Guten. Daraus erschließt sich der Zugang zum eigenen bewussten Handeln.

Es gilt der Grundsatz
Erkenne was wirkt und ehre es im Guten !


Zu Durchführung der Systemischen Aufstellung sind die folgenden Schritte zu Beginn notwendig:

  1. der Klient erteilt dem Aufstellungsleiter einen klaren Auftrag und beschreibt in wenigen Worten sein Anliegen, was er aufgelöst haben möchte (z.B. "Angst vor Autoritäten").
  2. der Aufstellungsleiter benennt aus seiner Wahrnehmung die Elemente, die zur Lösungsfindung beitragen (z.B. "Angst vor Autoritäten", Klient, Eltern, Lehrer, etc.). Dabei wird der Klient ebenfalls als Element benannt.
  3. Der Klient überträgt die Elemente an die Stellvertreter und übergibt damit denen die Erlaubnis für die Elemente in die Wahrnehmung zu gehen.
  4. Der Klient begibt sich zu einem Sitzplatz, von dort aus er den Prozess der Systemischen Aufstellung verfolgt.

Es gilt der Grundsatz
Keine Systemische Aufstellung ohne Auftrag !